Geschichte

Am 24. Juni 1927 wird von Freunden der turnerischen Bewegung der LTV ins Leben gerufen. Von seinen Mitgründern ist Hermann Anhamm noch vielen Bürgern unserer Stadt bekannt.

Turner in den Zwanzigern(Bild: Turner in den Zwanziger Jahren)

In den ersten Jahren ähnelt die Geschichte des Vereins der aller Turnvereine damaliger Zeit. Seine Mitglieder suchen neben der vielseitigen sportlichen Betätigung auf dem „Turnboden“ auch die Geselligkeit im Kreise Gleichgesinnter.

" Tütt" Wendel, geborene Verschoot, eingetreten 1927

(Bild: "Tütt" Wendel, geborene Verschoot, eingetreten 1927) Immer sind Turnfahrten und Wettkämpfe mit fröhlichen Festen verbunden. Gemeinsame Erlebnisse lassen die Mitglieder zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen, und für sie gilt wie für alle Turner Deutschlands der Wahlspruch: „Frisch, fromm, fröhlich, frei!“

Schon vor 1939 wird die Arbeit der Turnvereine arg eingeengt und kommt im Kriege fast völlig zum Erliegen. Doch 1945 schließen sich die Aktiven des LTV dem SV (Spielverein) an und 1948 beschließen die Mitglieder beider Turnvereine als TuS (Turn- und Spielvereinigung) gemeinsam die Arbeit fortsetzen. Das stete Anwachsen der neuen Turnabteilung und die Abhängigkeit von einem Verein, der auf Grund seiner Aufgaben völlig anders geartet ist, lassen den Wunsch nach Selbständigkeit größer werden, und nach langen, mühsamen Vorbereitungen wird im Juni 1967 der Lintforter Turnverein e.V. neu gegründet.

Den 1. Vorsitz übernimmt Rolf Dreier, der vor seinem Tode zum  Ehrenvorsitzenden ernannt wird, und Walter van den Boom wird Oberturnwart. Mit ihnen weht ein frischer Wind in den Verein, und Vorstand und Turnausschuß stürzen sich mit Elan auf die neuen Aufgaben. Schon bald werden Faustball- und Leichtathletiktraining wieder in das Programm aufgenommen. Auch „Turnen für Mutter und Kind“ sowie „Turnen für Kleinkinder“ finden große Beachtung. Im Frühjahr 1968 zeigt der LTV mit Bildung einer Mädchengruppe für Kunstturnen, daß Leistungsförderung für ihn kein leeres Wort ist. 

Unter der Leitung des Kunstturntrainers Walter v. d. Boom erringen diese Mädchen viel Anerkennung über den Turngau Moers hinaus. Einige von ihnen erreichen bei Wettkämpfen im RTB (Rheinischer Turnerbund) in der Leistungsklasse 2 (Jugend) vordere Plätze und verschaffen ihrem Verein im Rheinischen Turnerbund einen ausgezeichneten Ruf. Für Turner ist regelmäßiges Wandern eine Selbstverständlichkeit. Um jedoch die Trimm-Aktion des Deutschen Sportbundes zu unterstützen, führt der LTV im September 1973 den 1. Volkswandertag in Kamp-Lintfort durch. Die große Beteiligung führt zur jährlichen Wiederholung dieser Veranstaltung und später zur Erweiterung des Streckenangebotes. 

Uschi Wendel im Spagatsprung

(Bild: Uschi Hellmann im Spagatsprung)

Die Bildung einer Volleyballgruppe für Mädchen im Sommer 1974 und einer Badmintonabteilung im Jahre 1975 unterstreichen die ständige Aufwärtsentwicklung des LTV. Seit seiner Neugründung im Jahre 1967 ist der Verein von 268 Mitgliedern auf fast 900 angewachsen. In vielen Gruppen, die alle von geschulten Übungsleitern und Übungsleiterinnen betreut werden, können sich die Vereinsmitglieder sportlich so vielseitig betätigen, wie es dem Anliegen eines Turnvereins entspricht, denn Turnen ist nicht nur Geräteturnen. Es umfaßt die Vielfalt aller Leibesübungen, wozu auch Gymnastik in jeder Form, Ballspiele, Tanzen und Wandern, ja sogar Schwimmen und Leichtathletik gehören. Diese Vielseitigkeit ist es, die vor allem die Frauen jeden Alters anspricht. Sie wissen, wie wichtig die körperliche Betätigung über Haus- und Berufsarbeit hinaus ist, und sie kommen in die Übungsstunden, um sich bei Gymnastik und Spiel zu entspannen.

In jedem Jahr erwerben viele von ihnen das Sportabzeichen. Einige der älteren Turnerinnen waren bei den deutschen Turnfesten in Breslau (1938), Hamburg (1953), Essen (1963); Berlin (1968) und Stuttgart (1973) und fahren alljährlich zu den großen Alterstreffen des Deutschen Turnerbundes. Auch auf eine Männerabteilung kann der LTV verweisen, in der nicht nur das Geräteturnen betrieben wird. Es gibt viele Möglichkeiten, seine Fitneß zu erhalten. Hier kann jedermann die Chancen für sich nutzen. 

Für Frauen und Männer, (Ehe-)Paare, die gemeinsam sportlich aktiv sein wollen, bestand lange Jahre eine speziell geschaffene Gruppe mit dem Schwerpunkt Ausgleichssport. Diese Gruppe -in zum Teil veränderter Besetzung - widmet sich heute vielfältigen Breitensportangeboten und dem großen Sportspiel Volleyball auf der Hobbyebene. Im Jahr 1997 baute der LTV seine Angebotspalette im Gesundheitssport weiter aus. Ins Programm fanden Gymnastik für Senioren, Wirbelsäulengymnastik und Sport in der Krebsnachsorge Einlaß.

Letzte Änderung am Freitag, 20 Juni 2014 10:21